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Gott im Neuen Testament
Der Gott des Alten Testamentes, der Gott Israels und der Urväter ist natürlich auch der Gott des Neuen Testamentes. Er gewinnt jedoch mit Jesus Christus ein ganz neues Gesicht. Jesus fühlte sich Gott neben dem Richter, Schöpfer und König der Welt auch noch auf ganz persönlich verbunden, indem er vertrauensvoll vom 'Vater' spricht (hebräisch 'abba') vgl. im „Vater unser“ (Mathäus 6,9-13) oder Paulus „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft:Abba, lieber Vater!“ (Galter 4,6).
Dieses besondere Verhältnis zu Gott als unserem Vater kommt auch in der Botschaft Jesu zum Ausdruck. Das Gleichnis vom 'Verlorenen Sohn' (Lukas 15,11-32) zeigt dies in einer wunderschönen Erzählung. Der Sohn, der eigentlich alles verspielt hatte in seinem Leben und der nichts mehr weiteres verdient hätte als das Verolren-sein, wird vom Vater wieder in seinen offenen Armen empfangen (Rembrandt hat diese Szene immer wieder gezeichnet, gemalt oder wie hier in einen Kupferstich umgesetzt). Die Geschichte möchte uns zeigen, dass Gott nicht aufhört auf uns zu warten, um dann ganz für uns da zu sein, wenn wir ihn brauchen. Wir bleiben Söhne und Töchter unseres Vaters, egal was wir tun - auch wenn andere, wie der ältere Bruder im Gleichnis, dies für ungerecht halten.
Dieses besondere Verhältnis zum barmherzigen und liebenden Gott bekommt im Neuen Testament auch über die Botschaft Jesu hinaus eine besondere Qualität in der Person Jesu selbst: er, der Gott als seinen Vater anspricht, ist Gott auf besondere Weise verbunden als sein Sohn - vgl. „Ich un der Vater sind eins“ (Johannes 10,30). Die Zuwendung Gottes zu uns Menschen zeigt sich für das Neue Testemant besonders im Tod des Gottessohnes am Kreuz. Nie war Gott den Menschen im Leid näher als hier! Selbst in der größten Gottverlassenheit ist Gott immer noch mit dem Sohn, den er aus dem Tod ins Leben ruft.
Die Auferstehung Jesu wird im christlichen Bekenntnis zu einem Handeln Gottes selbst. Gott handelt in seinem Sohn und erweist gerade darin seine Barmherzigkeit mit uns Menschen. Die Trinität - also die Vorstellung, dass Gott zwar einer, aber dennoch in allen drei Personen als Vater, Sohn und Heiliger Geist eins ist - ist zwar nicht biblisch aber interpärtiert das Zeugnis des neuen Testamentes durchaus passend: Gott ist pure Liebe (vgl. 1.Johannesbrief 4,7-16), er handelt an uns in Jesus durch seine Gerechtigkeit, und er zeigt uns seine Barmherzigkeit, die wir im Geiste Gotets allen Menschen in der Nächstenliebe, Vergbung und Feindesliebe weitergeben. Der Gott der Mensch geworden ist, zeigt sich in seiner 'Menschenfreundlichkeit' in unserem Glauben, dem Glauben als Gott dem Vater, in Jesus und seiner Liebe zu allen Menschen und in unserem Christsein als liebevolle Zuwendung zu unserem Nächsten.
Material:
Fragen:
- Ist Gott wie ein Vater zu mir?
- Könnte Gott auch als Mutter bezeichnet werden?
- Ist Gott NUR der liebe Gott? Wie sieht es mit dem Bösen in der Welt aus?
- Ist Jesus wirklich Gott oder doch nur ein Mensch?
- Nimmt Gott alle Menschen zu sich auf - auch die ganz Bösen?
Aufgaben:
- Bitte lest die oben genannten Bibelstellen durch und bearbeitet eine davon genauer.
- Arbeitet bitte den Text 'Gott im Neuen Testament' genau durch und macht euch Notizen in die vier Kästchen.
- Zusatzaufgabe: Was bedeutet Weihnachten für uns? (Arbeitsblatt 'Uns wird ein Kind gegeben')
Zum Weiterdenken:
- Trinität - also die Dreieinigkeit - ist nur schwierig zu verstehen. Wie soll Gott driemal der geliche sein? Und widerspricht diese Idee nicht nicht dem Gedanken des Montheismus, also der Einzigartigkeit Gottes? Dennoch wird das gedankliche Konstrukt der Trinität von vielen Theologen auch heute noch verteidigt. Ihr könnt dazu gerne einen Aufsatz lesen, den ich einmal im Kaleidoskop-Journal (www.kaleidoskop-journal.de) geschrieben habe: Trinität - Nur ein Gedankenspiel?

