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Gott im Alten Testament
„Der Gott des Alten Testaments ist zornig und ungerecht - der Gott des Neuen Testaments ist Liebe“ - diese Aussage hört man gerne von Schülern, greift aber viel zu kurz und ist im übrigen auch schlicht zu einfach, wenn nicht sogar falsch. Für die christliche Theologie ist der Gott Israels im AT der selbe wie der Vater Jesu Christi im Neuen Testament. Gott begleitet seine Schöpfung von Anbeginn und geht mit den Menschen, seinem Volk und der Gemeinde Jesu Christi bis zum heutigen Tage. Bei allen zu beobachtenden Unterschieden erkennen wir darin dennoch die Treue des menschenfreundlichen Gottes, der nicht aufhört uns Menschen zu sich zu rufen und auf seinen Weg.
Dennoch lässt sich eine Entwicklung der Gottesvorstellung im Laufe der vielen Jahrhunderte erkennen in denen die Wirksamkeit des einen Gottes immer wieder neu reflektiert wurde. Die ganze Bibel ist ein erstaunliches Dokument, wie Menschen die Nähe Gottes in ihrem Leben, in der Geschichte ihres Volkes oder im Wirken in der Weltgeschichte bedacht haben. Von den vielen Hundert Seiten des Alten Testamentes wollen wir uns auf ein paar charakteristische Züge Gottes begrenzen:
- Gott der Schöpfer (Gen 1-3)
- Gott befreit und weist uns den Weg (Ex. 3)
- Gottes Weisung für unser Lebens (die Zehn Gebote, Ex. 20)
- Gott behütet und begleitet uns (Psalm 23 und 139)
- Gottes Gerechtigkeit und Gericht (Die Propheten)
Material:
Fragen:
- Welche Stellen fallen dir ein zu Gott im Alten Testament?
- Was bedeutet es für uns und die Welt, dass Gott ihr Schöpfer ist?
- Welche Bilder kommen im Psalm 23 'Der Herr ist mein Hirte' vor?
- Wie wird Gott in Exodus 3 (Mose am brennenden Dornbusch) vorgestellt?
- Wie erklärt die Stelle Ex. 3 den Gottesnamen?
- Warum darf man den Namen Gottes nicht nennen und sich Gott nicht einmal vorstellen?
- Was ist deiner Meinung nach das besondere an der jüdischen Vorstellung von Gott?
Aufgaben:
- Bitte lest euch folgende Bibelstellen durch und bearbeitet eine davon genauer: Gen. 1,1-2,3a; Ex. 3; Psalm 23; Psalm 139; 1. Könige 19,1-13;Jesaja 6,1-12
- Lese einen der Texte aus den Materialien und mache dir Notizen dazu. Ich empfehle dann unbedingt den Text 'Herrgott ist nicht sein Name'
- Überprüfe deine Kenntnisse anhand der 'Zusammenfassung Gott im AT'
Zum Weiterdenken:
- Der Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann beschäftigte sich unter anderem auch mit der Entstehung des Monotheismus in Ägypten und Israel und seiner kulturgeschichtlichen Wirkung. Seine Thesen erregten Aufsehen, weil er eine latente Neigung monotheistischer Religionen zur Gewalt in ihrem Absolutheitsanspruch erkannte. Für seine Bemühungen um kulturelle Verständigung erhielt Assmann zusammen mit seiner Frau 2018 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.
- Eine besonders schöne Variante des biblischen Bilder- und Namensverbotes findet sich im Islam in den '99 Namen Gottes'. Fromme Moslems beten diese mit einer Kette mit 33 Perlen; in drei Durchgängen können alle 99 Namen aufgesagt werden. Der 100. Namen bleibt allerdings unausgesprochen, weil Gott immer größer ist als unsere Vorstellung. Er wird durch einen durchsichtigen Kristall an der Kette dargestellt.



