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KLAUSUR: Vom Deismus zum Theismus

Der Text

zu eurer Klausur am 4.12. stammt aus dem Oberstufenbuch 'Kursbuch Religion'. Er zeichnet den Weg des Gottesbildes von Luther bis zur Aufklärung nach:

  • Luther selbst war noch sehr stark am biblischen Gottesbild orientiert, das Gott vor allem als Schöpfer sah, der uns das Leben schenkt und erhält (Gr. Katechismus, 1. Artikel).
  • Zu Luthers Zeiten sah man Gott allerdings auf Grund des harten Lebens von Krieg und Naturkatastrophen vor allem als strengen Richter.
  • Trotz des neu aufkommenden naturwissenschaftlichen Denkens konnte man zunächst die Einheit des biblischen Gottesbildes mit dem philosophisch geprägten Denken beibebehalten.

  • Erst in den Religionskriegen (in Deutschland der Dreißigjährige Krieg) zerbrach diese Einheit des Denkens. Man bemühte sich nun dem rationalen Denken alleine gerecht zu werden und sah in Gott vor allem ein verursachendes Prinzip. Wie ein Uhrmacher hat Gott die Welt nach dieser Vorstellung geschaffen. Einmal angestoßen läuft das Uhrwerk des Kosmos dann ab genau nach Plan. Alles ist nur noch eine Frage der Vorhersehung. Gott wird hier nicht mehr eingreifen. Diese Haltung wird DEISMUS genannt.
  • Im Zeitalter des Absolutismus ändert sich diese Haltung durch den zunehmenden Rationalismus. Gott wird nun wie der absolutistische König als alleiniger Herrscher gesehen, der das Schicksal seiner Untertanen bestimmt und immer dann durch seine majestätische Macht eingreifen kann, wenn er es will. Diese von der Eigenschaft der Allmacht bestimmte Haltung des THEISMUS gilt eigentlich bis heute, obwohl diese den Glauben in eine schwere Krise führen kann.
  • Denn genau diese absolute Haltung führt ähnlich wie in den revolutionären Bewegung zur Ablehnung des Gottesbegriffs überhaupt im ATHEISMUS. Eigentlich geht es theologisch gesehen weniger um eine Überwindung des A-Theismus als des Theismus. Dorothee Sölle hat das später einmal so beschrieben, dass wir anfangen müssten a-theistisch an Gott zu glauben. Atheistisch ist hier nicht in dem Sinne gemeint, dass wir gar nicht mehr an Gott glauben dürfen. Sie meinte damit nur, dass wir eben nicht mehr 'theistisch' an Gott glauben könnten.
  • Wie wir in der gegenwärtigen Situation im Zeitalter des NACH-THEISMUS von Gott reden können, ist eine notwendige und spannende Frage, zu der wir später noch kommen werden.

Fünf Thesen

Ich habe euch ferne gebeten fünf Thesen zu verfassen, wie wir heute noch vernünftig an Gott glauben können.

  • Vernünftig meint nun: begründet, nachweisbar, logisch, verständlich oder nachvollziehbar.
  • Heute: soll sich auf unsere besondere Situation heute beziehen, mit Begriffen, die unsere Zeit versteht, ohne fromme Sprüche und dogmatische Sätze.
  • In dieser Aufgabe kann auch auf die Gottesbeweise oder die Natürliche Theologie Bezug genommen werden und erklärt werden, warum dies zwar vernünftig war, aber so heute nicht mehr gangbar ist.
religion_wg13_gott/deismus-theismus.1607088180.txt.gz · Zuletzt geändert: 2021/01/14 19:20 (Externe Bearbeitung)