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Theologie und Atheismus
Es ist keine Frage. Theologie ist heute ohne eine Reflexion des Atheismus nicht möglich. Alles andere wäre unredlich und würde die berechtigte Anfrage vieler Menschen nicht mehr ernst nehmen. Es hilft nichts, Atheisten Unglauben vorzuwerfen, oder einfach so zu tun, als müsse ein gläubiger Mensch diese Stimmen nicht respektieren. Viele Theologen weisen zudem auf die berechtigte Kritik des Atheismus hin:
- Viele Gottesbilder sind in der Tat eine Projektion menschlicher Wünsche. Feuerbach weist auf seine Weise und ohne es zu wollen auf das Bildergebot der Zehn Gebote hin. Gott ist immer ganz anders, als wir ihn uns vorstellen.
- Religion ist durchaus eine Droge, wie Marx es feststellte. Er sieht zurecht, dass wir diese Form der Religion hinter uns lassen müssen, wenn wir den Menschen von seiner inneren und äußeren Gefangenschaft befreien wollen.
- Und Gott ist wie die ganze Religion eine Illusion, wenn wir mit Freud erkennen, dass Religion unsere kindlichen Bedürfnisse stillt und zuweilen tatsächlich neurotische Züge tragen kann. Mit Freud müssen wir versuchen Gott erwachsen zu denken und uns ohne Tabus auf die Suche nach der „Zukunft einer Illusion“ zu machen.
Die Theologinnen und Theologen des 20 Jahrhunderts haben deshalb in diesem schwierigen Jahrhundert versucht Gott zu Denken ohne in die Falle der Projektion, der Illusion oder der Vertröstung durch Religion zu tappen. Die Versuche mögen zunächst trotzig, schwierig oder hilflos erscheinen. Sie sind aber trotzdem die ersten Schritte über den klassischen Theismus hinaus und nähern sich der Wirklichkeit der biblischen Botschaft vom gekreuzigten Gott an, der als Mensch zu den Menschen kommt und wie wir Menschen unter der Willkür der Mächtigen leidet und seine Liebe statt der Allmacht vorzuleben.
Vier Entwürfe möchte ich hier vorstellen, von denen ihr einen etwas genauer anschauen solltet:
| Karl Barth | Dietrich Bonhoeffer | Hans Küng | Dorothee Sölle |
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| Gott ist der 'Ganz Andere' - er offenbart sich selbst im Wort Gottes und stellt uns Menschen in Frage. Wir können eigentlich gar nicht mehr von Gott reden, müssen es aber, weil wir Menschen sind. | Der Theologe im Widerstand sieht das Ende der Religion gekommen. Die 'Nichtreligiöse Interpretation' muss von Gott heute ganz anders sprechen. | Gott existiert, weil wir ohne Urvertrauen nicht leben können. Küng will die Kritik der Atheisten ernst nehmen und sucht nach neuen Denkwegen. | Die streitbare evangelische Theologin stellt klar: der klassische Theismus ist tot. Wir sind im Nachtheismus angekommen und sie will a-theistisch an Gott glauben. |
| Dialektische Theologie | Nichtreligiöse Interpretation | Gott als Vertrauen | Nach-Theologie |
Material
Aufgaben:
- Bitte wähle einen der vier Texte aus und lese ihn durch, markiere wichtige Textpassagen und schreibe die wichtigsten Sätze und Stichworte heraus.
- Gehe bitte auf die Bearbeitungsseite der Theologin / des Theologen und trage dort deine Zusammenfassung ein.
- Nehme bitte Stellung zu ihrer / seiner Position: Wie können, müssen oder dürfen wir heute noch von Gott reden?
Bitte seht die Textarbeit auch als Übung für die Klausur und für das Schriftliche Abitur und versucht den Text wirklich sorgfältig zusammen zu fassen mit möglichst eigenen Formulierungen.




