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Der neue Atheismus

Seit der Aufklärung kommt es immer wieder zu neuen Bewegungen, in denen die Thesen des Atheismus erneuert werden. Die letzte Bewegung trat um das Jahr 2000 auf und wird unter Fachleuten „Der Neue Atheismus“ (Hempelmann) genannt. Neu an dieser Welle ist die Schärfe der Argumentation und der allgemeine Angriff auf das Phänomen Religion und nicht nur gegen die Vorstellung eines theistischen Gottesbildes. Bei genauerem Hinsehen ähnelt die Argumentation in veränderter Form den klassischen Modelle von Feuerbach, Marx oder Freud.

Bekannt geworden ist dabei der englische Biologe und Publizist Richard Dawkins (*1941), der mit seinem Buch „Der Gotteswahn“ (The God Illusion) heftige Diskussionen auslöste. In einer von ihm angeregten Werbekampagne warb er um eine Verstärkung des Atheismus in der britischen Öffentlichkeit. Auf den roten Bussen der Hauptstadt prangte die Aufschrift “There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.” (deutsch: „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Jetzt höre auf, dir Sorgen zu machen, und genieße dein Leben!“). Obwohl Dawkins mit der Gottesvorstellung in seinem Buch heftig aufräumt, bezeichnet er sich selbst als Agnostiker, da man eben nie zu 100 prozentige Sicherheit sagen könne, dass es Gott nicht gibt.

Material:

Fragen:

  1. Ist Religion wirklich gefährlich?
  2. Kann man wirklich sagen, dass es Gott nicht geben kann?
  3. Was hältst du von der Werbekampagne in London?
  4. Welche Rolle spielt der Kreationismus mit Dawkins Angriff? Schaue bitte noch mal die Seite dort an.

Aufgaben:

  1. Bitte lese dir die Zusammenstellung von Hempelmann zum „Neuen Atheismus“ durch.
  2. Wie wirken die Thesen von Dawkins auf dich?
  3. Nehme bitte Stellung zu der Behauptung Dawkins: „Der Gott der Bibel ist die unangenehmste Gestalt in der gesamten Literatur“.

Und hier geht's zur Übungsseite zu diesem Thema

Zum Weiterdenken:

  • Der Oxforder Professor für Wissenschaft und Religion Alister McGrath nennt als wesentlichen Auslöser für den neuen Atheismus die Terroranschläge am 11. September 2001. Ferner führt er das Aufblühen des Neuen Atheismus auf die Enttäuschung über das Scheitern der Säkularisierungsthese zurück, also die Annahme, dass Religiosität langfristig an Bedeutung verlieren würde, und erklärt damit auch das teilweise konfrontative Vokabular, in dem religiöser Glaube nicht nur als dumm und moralisch übel dargestellt wird, sondern auch als „Geisteskrankheit“, die sich „virusartig“ ausbreiten könne, wobei vor allem Kinder vor einer „Infektion“ zu schützen seien. Er ordnet dem Neuen Atheismus Parallelen zu religiösem Fundamentalismus zu und tituliert das „aggressive“ Auftreten der Atheismusverfechter als einen „Kreuzzug“ gegen Religion. Zitiert aus Wikipedia: Neuer Atheismus

  • Der ostdeutsche Theologe Richard Schröder setzt sich ausführlich und pointiert mit den Thesen von Dawkins auseinander. Sensibilisiert durch den staatlich verordneten Atheismus in der DDR warnt er vor den Gefahren eines ideologisch orientierten Atheismus. Er schreibt: „Mir kommt das bekannt vor. Ich habe in der DDR unter der Herrschaft einer programmatisch atheistischen Partei gelebt, die mit der Umsetzung ihrer „wissenschaftlichen Weltanschauung“ in die Praxis die Befreiung der Menschheit und das Ende aller Übel erwartete.“ Es kam anders im real existierenden Sozialismus. Schröder weist dabei auf die massive Verfolgung der Religion in kommunistischen Ländern hin. Unter Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot veloren hundertausende Bischöffe, Priester, Nonnen und Mönche ihr Leben. „Es kann nicht angehen, im 21. Jahrhundert von einer Welt ohne Religion zu schwärmen und einfach zu übergehen, auf welcher Weise das im 20. Jahrhundert zum politischen Programm geworden ist.“ (R. Schröder, Abschaffung der Religion? Freiburg, 2008, S. 10 +12)
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