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philosophie_tg13_23-24:was_ist_gerechtigkeit

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Gerechtigkeit

Definition

Allg.: Gerechtigkeit bezeichnet das Verhalten eines Menschen oder eine soziale Gegebenheit, die subjektiv als gerecht beurteilt wird. Gerechtigkeit ist insofern eine Tugend.

Spez.: Gerechtigkeit ist ein zentraler Grundwert und oberstes Ziel des Rechtsstaat es, das als Ordnungs- und Verteilungsprinzip immer wieder neu bestätigt und angewandt werden muss.

Gerechtigkeit nach Aristoteles

Bereits Aristoteles teilt Gerechtigkeit in allgemeine Gerechtigkeit und spezifische Gerechtigkeit auf, wobei bei der spezifischen Gerechtigkeit noch zwischen austeilender Gerechtigkeit und ausgleichender Gerechtigkeit unterschieden wird.

Allgemeine Gerechtigkeit

Sie ist ein insgesamt geltender Begriff. Bsp.: Jemand ist ein gerechter Mensch, wird jemand so bezeichnet bedeutet dies, dass er durchgehend oder eben insgesamt gerecht ist. Gerechtigkeit ist hierbei die höchste Tugend, sprich alle anderen Tugenden sind erfüllt. Aristoteles meint ebenfalls jemand der gesetzestreu ist also alle vollkommenen Gesetze einhält ist gerecht, aber Vorsicht von unvollkommenen Menschen kommen auch unvollkommene Gesetze.

Spezifische Gerechtigkeit

Austeilende Gerechtigkeit (geometrische Proportion)

Bei der austeilenden Gerechtigkeit bekommt jeder das was er auch geleistet hat, jemand der weniger leisten kann kann also auch nicht so viel bekommen wie jemand der viel leisten kann. Bsp.: Ein Vater und sein Sohn schnitzen Holzfiguren und verkaufen diese für je 1€ zusammen erwirtschaften sie einen Gewinn von 15€, gehen wir nun davon aus, dass der Vater aufgrund seiner größeren Erfahrung doppelt So viele Figuren geschnitzt hat wird ihm doppelt so viel vom Gewinn zugeteilt wie dem Sohn, der Vater erhält 10€ der Sohn 5€ zugeteilt. (suum cuique = Jedem das seine) Jemand ungleiches wird ungleich behandelt. Hierbei wird auch ein Maß benötigt mit dem sich die Leistung mäßen lässt, wie im Beispiel die Anzahl der Figuren. Es können sowohl Güter als auch Übel verteilt werden.

Ausgleichende Gerechtigkeit (arithmetische Proportion)

Bei der ausgleichenden Gerechtigkeit bekommt jeder eine angemessene Gegenleistung, die Leistungsfähigkeit zwischen einzelnen Personen spielt also keine Rolle sondern das was sie sich gegenseitig geben. Bsp.: Der Vater schnitzt 10 weitere Figuren, jede Figur ist wieder 1€ wert, nun kommt ein anderer Mann und möchte diese 10 Figuren kaufen, hierbei entsteht nun die Gerechtigkeit wenn das was der Vater dem anderen gibt gerecht ausgeglichen wird, sprich er von dem anderen 10€ bekommt. Jeder der beiden hat nun genau soviel bekommen wie er gegeben hat. (Jedem das Gleiche) Jeder wird gleich behandelt, egal ob er gleich oder ungleich des anderen ist. Ausgleich von Gewinn und Verlust. Des weiteren wird zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Handlung unterschieden. Bsp.: Wird jemand sein Portemonnaie und damit sein Geld gestohlen ist dies unfreiwillig, es muss trotzdem für Ausgleich gesorgt werden, sprich dem Bestohlenen muss sein Portemonnaie und Geld wieder gegeben werden. Oder es wird Jemandem die Hand abgehackt, so wird es schwierig die Hand zu ersetzen der Ausgleich muss also anders geschehen etwa in dem demjenigen der die Hand abgehackt hat ebenfalls die Hand abgehackt wird oder der Geschädigte Schadenersatz in vorm von Geld erhält. Das oben genannte Bsp. mit den Zwei Männern und dem Figurenhandel wäre freiwillig.

Kritik

Ist die arithmetische Proportion für die Strafjustiz geeignet? Einem der jemand anderem die Hand abhackt hat der nicht wesentlich mehr als Strafe verdient als das er einfach nur das selbe erleiden muss? Ist es wirklich gerecht jemandem etwas zu verwehren nur weil er nicht in der Lage ist gleich viel zu leisten wie ein anderer (geometrische Proportion)?

philosophie_tg13_23-24/was_ist_gerechtigkeit.1705701561.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/01/19 22:59 von benjamin.wengert