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Simone de Beauvoir

Simone Lucie Ernestine Marie Bertrand de Beauvoir war eine französische Philosophin, Schriftstellerin und Feministin. De Beauvoir engagierte sich immer wieder politisch und verfasste zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Memoiren und gilt als Vertreterin des Existentialismus.

Ihre beiden existentialistischen Romanen „L’Invitée“ (1943) und „Le Sang des autres“ (1945), 1984 von Claude Chabrol als „Das Blut der Anderen“ verfilmt sorgten dafür, dass Simone de Beauvoir Anerkennung als Schriftstellerin erlangte.

Der Welterfolg „Das andere Geschlecht“ (1949) gilt als ein Meilenstein der feministischen Literatur und machte sie zu einer der bekanntesten Intellektuellen Frankreichs. Zudem gelten ihre Essays als wichtige Beiträge zu dem jeweiligen Fachgebiet. Ihr langjähriger Partner war Jean-Paul Sartre.

Name Simone de Beauvoir
Von Bis geboren: 9. Januar 1908 in Paris; gestorben: 14. April 1986 ebenda
Familie Eltern: George und Françoise Bertrand de Beauvoir; Geschwister: Hélène de Beauvoir; Partner: Jean-Paul Sartre
Bekannt für Schriftstellerin, Philosophin und Feministin
Beeinflusst von Sartre, Nietsche, Wollstonecraft, Marx, Heidegger, Kant, …

Socialisme et Liberté

Als sich der Faschismus verbreitete und Deutschland Europa von Norwegen bis zum Mittelmeer, vom Atlantik bis ans Schwarze Meer in seine Gewalt gebracht hatte, besetzte die Sowjetunion die baltischen Staaten und plante, mit Japan einen Nichtangriffspakt zu schließen. Zur selben Zeit trat in den USA Franklin D. Roosevelt seine dritte Amtsperiode an. In Frankreich erklärten sich Marschall Pétain und sein Premierminister Pierre Laval nicht nur zur Zurückhaltung bereit, sondern imitierten den deutschen Nationalsozialismus in der Hoffnung, Frankreich werde von den deutschen Machthabern mit Nachsicht behandelt. Kollaborateure, die sich selbst gern als Realisten bezeichneten, traten inzwischen offen auf und gewannen immer mehr politisches Gewicht. Zu dieser Zeit organisierten Sartre und de Beauvoir eine Widerstandsgruppe. Die erste Sitzung fand in Simone de Beauvoirs Zimmer statt. Anwesend waren Merleau-Ponty, Pierre Bost, Dominique Desanti. Bald kooperierten sie mit der Widerstandsgruppe von Alfred Péron, die mit den Partisanen General Charles de Gaulles sympathisierten. Die Grundziele des Programms ließen sich mit dem Namen ihrer Bewegung, Socialisme et Liberté („Sozialismus und Freiheit“), ausdrücken.Als Sartre und de Beauvoir mit André Gide und André Malraux zusammenzuarbeiten versuchten, wurde diese Bewegung stillschweigend aufgegeben.

Das andere Geschlecht

Das andere Geschlecht ist ein sozialgeschichtliches philosophisches Werk, das 1949 in Frankreich unter dem Titel Le Deuxième Sexe („Das zweite Geschlecht“) in zwei Bänden, Les faits et les mythes („Die Tatsachen und die Mythen“) und L’expérience vécue („Die gelebte Erfahrung“), erschien. Die deutsche Erstausgabe wurde erstmals 1951 im Rowohlt Verlag in einem Band gedruckt.

Das Buch gilt als entscheidendes Grundlagenwerk der sogenannten zweiten Welle des Feminismus, da es erstmals die Kategorie Geschlecht ins Zentrum einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung stellte und dabei konsequent zwischen biologischem Geschlecht und kultureller bzw. sozialer Prägung von Geschlecht unterschied. Es legte damit die Grundlagen für die Frauen- und Geschlechterforschung.

Das Buch war von Anfang an sehr kontrovers angesehen, da es der Zeit sehr voraus war. De Beauvoir erhielt viele hasserfüllte Nachrichten und wurde in Frage gestellt. Das andere Geschlecht wurde weltweit zu einem der politisch wirksamsten Schlüsseltexte der zweiten Frauenbewegung sowie zu einem Hauptwerk feministischer Theorien. Einflussreiche Feministinnen in der frühen Phase der Frauenbewegung um 1970, wie Kate Millett und Shulamith Firestone, haben ausdrücklich auf Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ zurückgegriffen. Das Buch hat es sogar geschafft, dass der Vatikan es in sein Verzeichnis der verbotenen Bücher einführte.

Preise und Ehrungen

  • 1975 wurde de Beauvoir mit dem Jerusalempreis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft ausgezeichnet
  • 1978 bekam sie den österreichischen Staatspreis für europäische Literatur.
  • 1982 wird das Audiovisuelle Zentrum Simone-de-Beauvoir (centre audiovisuel Simone-de-Beauvoir) von Carole Roussopoulos, Delphine Seyrig und Ioana Wieder in Paris gegründet.
  • 1983 wird ihr der Sonning-Preis der Universität Kopenhagen verliehen.
  • 1991 wird der Venuskrater de Beauvoir nach ihr benannt.
  • 1989 wird der Asteroid (11385) Beauvoir nach ihr benannt.
  • 2000 wird die place Jean-Paul-Sartres-et-Simone-de-Beauvoir im 6. Arrondissement von Paris an der Kreuzung des Boulevard St. Germain, der rue de Rennes und der place Saint-Germain-des-Près eröffnet.
  • 2006 wird die Passerelle Simone-de-Beauvoir zwischen dem 12. und 13. Arrondissement in Paris eröffnet.
  • 2008 wird der Preis Simone-de-Beauvoir für die Freiheit der Frauen gegründet.
  • 2021 bringt La Poste eine Briefmarke nach ihrem Abbild heraus.
philosophie_tg13_23-24/de_beauvoire_simone.1717776555.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/06/07 18:09 von nina.brunnhuber