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Nicolaus Cusanus (Nikolaus von Kues)

Nicolaus Cusanus war ein deutscher Physiker, Philosoph, Kardinal, Theologe und auch Mathematiker, welcher schon vor seinem Tod sehr bekannt war. Er war in jeglichen Bereichen gebildet, lebte zu Zeiten von Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit und war daher einer der ersten deutschen Humanisten.

Nicolaus spielte vor allem in der Auseinandersetzung um die Kirchenreform eine große Rolle, bzw. auch in der Kirchenpolitik generell. Zu Anfang stand er auf dem Konzil von Basel auf der Seite der Mehrheit, welche eine Beschränkung der Befugnisse des Papstes forderte, entschied sich dann jedoch für das päpstliche Lager, welches am Ende die Macht hatte.

1448 hatte er eine erfolgreiche Karriee als Kardinal, Fürstbischof von Brixen, päpstlicher Legat und Generalvikar im Kirchstaat, aufgrund seines Engagements im Bezug auf päpstlicher Interessen. Dem Adel und den Landfürsten in Brixen gefiel das nicht, wogegen Nicolaus keine Chance hatte und sich nicht durchsetzen konnte.

Durch antikes und mittelalterliches Schrifttum, widmete er sich dem Neoplatonismus. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Gedanken von Gegensätzen, welche zusammenfallen und eine Einheit bilden. Theologisch und metaphysisch sah er in Gott den Ort dieser Einheit und ebenfalls in der Staatstheorie und Politik bekannte er sich zu einem Einheitsideal. Sein Ziel war es, eine größtmögliche homogene Einheit zu verwirklichen und Meinungsverschiedenheiten als zweitrangig anzusehen. Seine Ansichten entwickelten einen für diese Zeit ungewöhnlichen und vortschrittlichen Ansatz von religiöser Toleranz, da er sich auch mit dem Islam befasste und diesem teilweise Wahrheit und Daseinsberechtigung zuwies.

Name Nicolaus Cusanus/ Nikolaus von Kues
Von Bis geboren: 1401; gestorben: 11. August 1464
Familie Eltern: Johann Krebs und Katherina Roemer ;Geschwister: Margareta,Klara, Johannes
Bekannt für Philosoph, Theologe, Kardinal, Mathematiker, Physiker, Werk: De concordantia catholica
Beeinflusst von Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, Plotin, Ramon Llull, Bonaventura, …

Das cusanische Gottesbild: Innertrinitarische Relationalität

Die Ba­sis für sein re­la­tio­na­les Grund­ver­ständ­nis von Sein als Ein­heit in Ver­schie­den­heit fin­det Cu­sa­nus in der ­tri­ni­ta­ri­schen­ Grund­struk­tur des vor­herr­schen­den christ­li­chen Got­tes­ver­ständ­nis­ses, wie er es schon in sei­nem ers­ten gro­ßen phi­lo­so­phi­schen Haupt­werk, der doc­ta igno­ran­tia, ent­wi­ckelt: Die Drei­ei­nig­keit von Gott-Va­ter, dem Sohn Je­sus Chris­tus und dem Hei­li­gen Geist ver­weis­t in den Au­gen des Cu­sa­ners dar­auf, dass der Ge­dan­ke der Drei­heit in der Ein­heit we­sent­lich ist und so al­les über­steigt: Denn Ein­heit (unitas), Gleich­heit (ae­qua­li­tas) und Ver­knüp­fung (con­ne­xio) sind das­sel­be in der wah­ren und ur­sprüng­li­chen Be­deu­tung des Wor­tes: Die­ses, Das, Das­sel­be - unitas, idi­tas, iden­ti­tas.

philosophie_tg13_23-24/cusanus_nicolaus.1717767430.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/06/07 15:37 von nina.brunnhuber