Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


philosophie_tg13_23-24:beeinflusst_die_sprache_unser_denken

Dies ist eine alte Version des Dokuments!


Beeinflusst Sprache unser denken und wenn ja in wie fern?

Sapir-Worth-Hypothese

Mit dieser Frage beschäftigten sich Mitte des 20. Jahrhunderts der Linguist Eduard Sapir und dessen Schüler Benjamin Lee Whorf. Sapir stellte die These auf, dass manche Völker in ihrer Sprache eine ganz andere Art und Weise hätten sich auszudrücken bzw. Dinge zu beschreiben. Dies deutete für ihn darauf hin, dass diese Völker in bestimmten Bereichen ganz anders denken würden bzw. bestimmte Dinge anders wahr nehmen würden. (Wer eine andere Sprache spricht denkt auch anders). Hierfür nahm er eine Sprache als Beispiel die sich deutlich von den Indogermanischen unterscheidet, die der Nootka (Ureinwohner in Nordamerika), in dieser Sprache gibt es z.B. kein Begriff der mit dem deutschen Begriff fallen zu vergleichen wäre. Die Nootka würden anstatt z.B. der Stein fällt herunter es steint herunter sagen. Worth folgte dieser These und nahm als Bsp. die Sprache der Hopi (ebenfalls Ureinwohner in Nordamerika). Er stellte fest, dass sie ganz anders von Zeit sprachen, so z.B. dass es keinen Begriff für Heute, Morgen oder gestern finden. So würde ein Hopi es also nicht verstehen wenn man von davon redet was man gestern gemacht hat oder was seine Pläne für den morgigen Tag sind. Die so genannte Sapir-Worth-Hypothese gilt heutzutage als widerlegt, da viele der Erkenntnisse von Worth und Sapir als falsch bewiesen wurden.

Sprache beeinflusst bereits ganz früh im Leben

Wenn Eltern ihren Kindern das Sprechen beibringen oder bereits wenn Kinder die ersten Worte von ihren Eltern bzw. ihrem Umfeld wahr nehmen so übertragen sich die Denkmuster der Eltern oder des Umfelds unbewusst auf das Kind. Reden die Eltern also über bestimmte Sachen im positiven Sinn so verbindet das Kind damit automatisch etwas Positives bzw. die Sache bleicht dem Kind positiv in Erinnerung. In so fern beeinflusst Sprache ebenfalls unser denken, aber wesentlich weniger als von Sapir oder Worth angenommen.

Framing

Eine oft verwendete Definition für Framing ist Folgende von Robert Entman:

„Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und sie in einem Text so hervorzuheben, dass eine bestimmte Problemdefinition, kausale Interpretation, moralische Bewertung und/oder Handlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.“

Beim Framing werden Bilder, Emotionen und Erinnerungen die in unserem Kopf projiziert werden wen wir ein bestimmtes Wort hören bewusst verwendet um mit der Sprache die Wahrnehmung und oder Meinung von anderen zu einem bestimmten Thema zu beeinflussen. Dies geschieht z.B. durch das verwenden oder etablieren bestimmter Worte, zu einem bestimmten Thema, die eben, beim Leser oder Zuhörer, gewollte Bilder, Emotionen und Erinnerungen auslösen.

Quellen

philosophie_tg13_23-24/beeinflusst_die_sprache_unser_denken.1717482153.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/06/04 08:22 von benjamin.wengert