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Kant und die Gottesbeweise

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) bemühte sich in seinem ganzen Werk um eine fundierte Begründung der METAPHYSIK auf Grund der Vernunft. Der überzeigte Protestant suchte nach einem Weg, um von Gott auch heute noch vernüftig reden zu können, bzw. zu klären welche Aussagen von einer Welt jenseits des empirisch fassbaren möglich ist (transzendentaler Idealismus). Ausgangspunkt für seine Beurteilung waren auch für ihn die klassischen Gottesbeweise, wie sie von Descartes (1556-1650) noch bekräftigt wurden. Kant geht dabei zunächst vom kosmologischen Argument aus, das seit Aritsoteles am überzeugendsten erschien, und widerlegte diesen als erstes. Auch andere Argumente, wie den teleologischen oder den ethnologischen Beweis, lehnte er aus dem selben Grunde ab. Am interessantesten fand er das ontologische Argument, das Anselm von Canterbury schon im 11. Jahrhundert aufgestellt hatte. Doch auch dieses widerlegt er auf Grund seiner von ihm selbst begründeten Prädikantenlogik. Letztendlich gilt für ihn nur das moralische Argument, das er als ein 'Postulat der praktischen Vernunft' bezeichnete. Seit Kant gelten die Gottesbeweise grundsätzlich als widerlegt, auch wenn sie vor allem moderne Physiker immer wieder neu aufstellen. Kant selbst versuchte die Metaphysik durch seine Begriffslogik zu retten, die wenigstens in bestimmten Bereichen noch eine rein aus der Vernunft abzuleitende Aussage a priori (also ohne die Erfahrung) möglich machen, wie sie vor allem in der Matematik getroffen werden.

Material:

Fragen:

  1. Wie widerlegt Kant den kosmologischen und teleologischen Gottesbeweis?
  2. Warum schätzt Kant vor allem den ontologischen Gottesbeweis und was wendet er gegen ihn ein?
  3. Wieso ist die Existenz Gottes für Kant kein gültiges Prädikat?
  4. Warum ist ein ewiger Rückschritt vom Endlichen zum Unendlichen unmöglich (regressum ad in finitum)?
  5. Was bezeichnen die Begriffe Immanenz und Transzendenz?
  6. Was hast du noch nicht verstanden und wo hättest du noch Fragen?

Aufgaben:

  1. Bitte lese die beiden Artikel zu Kants Widerlegung der klassischen Gottesbeweise.
  2. Bitte formuliere drei Thesen zu Kants Widerlegung.
  3. Begründe in wenigen Zeilen: warum ist für Kant die Existenz Gottes ein Postulat der praktischen Vernunft?
  4. Bitte überlege: Brauchen wir Gott wirklich, um moralisch begründet zu handeln und unterscheidet sich diese Moral von den ethischen Vorstellungen des Christentums?

Zum Weiterdenken: