Kann man Gott beweisen? Vielen Menschen fällt es schwer an Gott zu glauben, weil es keine konkreten Beweise für seine Existenz gibt. Wenn Gott Teil unserer Wirklichkeit ist, dann muss es doch irgendwelche Zugänge zu ihm geben, die sich in unserer Erfahrung, im Lauf der Geschichte oder auch in der Beschaffenheit unserer Welt finden lassen. Es kann ja nicht sein, dass Millionen von Menschen an Gott glauben, es aber keine eindeutig nachweisbare Spuren gibt, die auf Gott hinweisen. Über viele Jahrhunderte war für die Gelehrten die Schöpfung selbst ein Hinweis auf den Schöpfer (was man heute so nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, vgl. 12.2. Wirklichkeiten). Heute ist es eher die persönliche Erfahrung mit Gott, die Menschen darauf vertrauen lässt, dass es Gott in ihrem Leben gibt, oder es sind besondere Begebenheiten in meinem Leben (Wunder, Zufälle, einmalige Erlebnisse…) oder die Verbundenheit mit religiösen Traditionen (Feste, Feiern, Kirche, Bibel…) die meinen Gottesglauben stützen. Letztendlich werden wir wohl vor allem biografisch geprägt in unserer Verbindung zu Gott und wir können diese Bindung nicht für alle Menschen voraussetzen.
Wir möchten uns hier dennoch einmal anschauen, wie Menschen über viele Jahrhunderte versucht haben Gott zu beweisen. Und wir werden dann in einem zweiten Schritt nachweisen, dass dies eigentlich nicht möglich ist. Dazu aber erst beim nächsten Mal…
Trotz der fundamentalen Kritik, die Immanuel Kant an den Gottesbeweisen geübt hat (dazu das nächste Mal), gibt es doch immer wieder neue Versuche, einen logischen Beweis für die Existenz Gottes zu finden: