„Der Gott des Alten Testaments ist zornig und ungerecht - der Gott des Neuen Testaments ist Liebe“ - diese Aussage hört man gerne von Schülern, greift aber viel zu kurz und ist im übrigen auch schlicht zu einfach, wenn nicht sogar falsch. Für die christliche Theologie ist der Gott Israels im AT der selbe wie der Vater Jesu Christi im Neuen Testament. Gott begleitet seine Schöpfung von Anbeginn und geht mit den Menschen, seinem Volk und der Gemeinde Jesu Christi bis zum heutigen Tage. Bei allen zu beobachtenden Unterschieden erkennen wir darin dennoch die Treue des menschenfreundlichen Gottes, der nicht aufhört uns Menschen zu sich zu rufen und auf seinen Weg.
Dennoch lässt sich eine Entwicklung der Gottesvorstellung im Laufe der vielen Jahrhunderte erkennen in denen die Wirksamkeit des einen Gottes immer wieder neu reflektiert wurde. Die ganze Bibel ist ein erstaunliches Dokument, wie Menschen die Nähe Gottes in ihrem Leben, in der Geschichte ihres Volkes oder im Wirken in der Weltgeschichte bedacht haben. Von den vielen Hundert Seiten des Alten Testamentes wollen wir uns auf ein paar charakteristische Züge Gottes begrenzen: