Sigmund Freud (1856 -1939), der Begründer der Psychoanalyse und Pionier der Psychologie im 20. Jahrhundert beschäftigte sich immer wieder mit dem Wesen der Religion. Dabei betonte er immer wieder die Ähnlichkeit von religiösen Erfahrungen mit neurotischen Zuständen, den verschlüsselten Traumbildern oder anderen Formen von Halluzinationen und psychischen Ausnahmezuständen. Für den Nervenarzt Freud ist schnell klar, dass es sich bei der Religion um ein psychologisches Phänomen handelt, das sich mit der Entstehung von Neurosen erklärt werden kann. Auch im kulturgeschichtlichen Vergleich mit fremden Kulturen entdeckt er, dass Religion als eine Art Illusion angesehen kann, die es den Menschen ermöglicht, ihr Leben besser zu meistern. So gesehen wäre die Religion so etwas wie ein psychologischer Trick, der uns hilft, schwierige Erfahrungen zu verdrängen und mit religiösen Vorstellungen zu kompensieren (ersetzen).
Zum religiösen Hintergrund von Sigmund Freud kann man in Wikipedia lesen: Freud wurde als Sohn jüdischer Eltern aus Galizien in Freiberg in Mähren (tschechisch Příbor) – damals Teil des Kaisertums Österreich, heute in Tschechien – geboren und hieß ursprünglich Sigismund Schlomo Freud. Sein Vater Jacob Freud war Wollhändler, entstammte einer chassidischen Familie, war bei Sigmunds Geburt bereits 40 Jahre alt und in dritter Ehe verheiratet mit der wesentlich jüngeren Amalia Nathansohn Freud.[1] Jacob Freud las zwar die Bibel in hebräischer Schrift und vermittelte seinem Sohn die Faszination für die Geschichten des Alten Testaments, gab die religiösen Bräuche seiner chassidischen Vorfahren aber auf und ließ nur noch einzelne jüdische Feste als Familienfeste feiern. Freud äußerte im Rückblick: „Mein Vater ließ mich in voller Unwissenheit über alles, was das Judentum betrifft, aufwachsen.“
Freuds Auseinandersetzung mit der Religion war somit auch biografisch bedingt. Er selbst bezeichnete sich als Feind der Religion. Ihn jedoch als Atheist zu bezeichnen ist sicher nicht ganz zutreffend; als Wissenschaftler war er sehr stark rationalistisch geprägt und lehnte besonders die überkommene Form eines autoritären Gottesglaubens ab, wie er zu seiner Lebenszeit allgemein üblich war. Freud befasste sich in seinen letzten Lebensjahren durchaus auch mit den positiven Seiten der Religion, die er im Buch „Die Zukunft einer Illusion“ zusammen fasste.
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