Ludwig FEUERBACH (1804-1872) wird als „Vater des modernen Atheismus“ bezeichnet. Auf ihn und sein Werk gehen fast alle derzeitigen atheistischen Systeme zurück. Seine Bedeutung zeigt die oft Karl MARX zugeschriebene Formulierung: „Feuerbach ist der größte Prophet - es gibt keinen anderen Weg zur Wahrheit als durch den Feuer-bach; er ist das Purgatorium (Fegefeuer) der Gegenwart“.
Ursprünglich wollte er Pfarrer werden und studierte seit 1823 Theologie in Heidelberg. Schon ein Jahr später wandte er sich von der Theologie ab („Sie ist für mich eine verwelkte Blume“) und wechselte zum Studium der Philosophie bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) nach Berlin. 1828 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Unter dem Eindruck der Linkshegelianer, die Hegel als Philosophen der Antithese, des Widerspruchs, des Konflikts verstanden, brach er mit dem Christentum und distanzierte sich mehr und mehr vom philosophischen System seines Lehrers.
1830 veröffentlichte Feuerbach anonym das Buch „Gedanken über Tod und Unsterblichkeit“ in dem er seine Abwendung vom Christentum rechtfertigte. Dieses Buch wurde als Provokation empfunden und verboten, der Verfasser trotz seiner Anonymität ermittelt. Damit war die vorgesehene akademische Laufbahn unmöglich geworden. Die Ehe mit einer Fabrikantentochter sicherte Feuerbach seine Existenz als Privatgelehrter. Sein Buch „Das Wesen des Christentums“ (1841) brachte ihm Erfolg und Anerkennung. Seine darin entfalteten Gedanken übten nachhaltigen Einfluß auf Marx, Engels, Nietzsche und viele andere aus.
Materialismus, Rolle des Menschen, Wünsche und Götter, Gattung und Steigerung, Entfremdung des Menschen, Negation der Negation, Kandidaten des Jenseits.