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Beeinflusst Sprache unser denken und wenn ja in wie fern?

Sapir-Worth-Hypothese

Mit dieser Frage beschäftigten sich Mitte des 20. Jahrhunderts der Linguist Eduard Sapir und dessen Schüler Benjamin Lee Whorf. Sapir stellte die These auf, dass manche Völker in ihrer Sprache eine ganz andere Art und Weise hätten sich auszudrücken bzw. Dinge zu beschreiben. Dies deutete für ihn darauf hin, dass diese Völker in bestimmten Bereichen ganz anders denken würden bzw. bestimmte Dinge anders wahr nehmen würden. (Wer eine andere Sprache spricht denkt auch anders). Hierfür nahm er eine Sprache als Beispiel die sich deutlich von den Indogermanischen unterscheidet, die der Nootka (Ureinwohner in Nordamerika), in dieser Sprache gibt es z.B. kein Begriff der mit dem deutschen Begriff fallen zu vergleichen wäre. Die Nootka würden anstatt z.B. der Stein fällt herunter es steint herunter sagen. Worth folgte dieser These und nahm als Bsp. die Sprache der Hopi (ebenfalls Ureinwohner in Nordamerika). Er stellte fest, dass sie ganz anders von Zeit sprachen, so z.B. dass es keinen Begriff für Heute, Morgen oder gestern finden. So würde ein Hopi es also nicht verstehen wenn man von davon redet was man gestern gemacht hat oder was seine Pläne für den morgigen Tag sind. Die so genannte Sapir-Worth-Hypothese gilt heutzutage als widerlegt, da viele der Erkenntnisse von Worth und Sapir als falsch bewiesen wurden.

Sprache beeinflusst bereits ganz früh im Leben

Wenn Eltern ihren Kindern das Sprechen beibringen oder bereits wenn Kinder die ersten Worte von ihren Eltern bzw. ihrem Umfeld wahr nehmen so übertragen sich die Denkmuster der Eltern oder des Umfelds unbewusst auf das Kind. Reden die Eltern also über bestimmte Sachen im positiven Sinn so verbindet das Kind damit automatisch etwas Positives bzw. die Sache bleibt dem Kind positiv in Erinnerung. In so fern beeinflusst Sprache ebenfalls unser denken, aber wesentlich weniger als von Sapir oder Worth angenommen.

Framing

Eine oft verwendete Definition für Framing ist Folgende von Robert Entman:

„Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und sie in einem Text so hervorzuheben, dass eine bestimmte Problemdefinition, kausale Interpretation, moralische Bewertung und/oder Handlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.“

Beim Framing werden Bilder, Emotionen und Erinnerungen die in unserem Kopf projiziert werden, wenn wir ein bestimmtes Wort oder einen bestimmten Satz hören bewusst verwendet um mit der Sprache die Wahrnehmung und oder Meinung von anderen zu einem bestimmten Thema zu beeinflussen. Dies geschieht z.B. durch das verwenden oder etablieren bestimmter Worte, zu einem bestimmten Thema, die eben, beim Leser oder Zuhörer, gewollte Bilder, Emotionen und Erinnerungen auslösen. Das halb volle bzw. halb leere Wasserglas ist hierfür ein einfaches Beispiel. Je nach dem ob ein Autor das glas als halb voll oder halb leer betitelt wirft dies ein positives oder negatives Bild auf das Glas. Ist von einem halb vollen glas die Rede so wirft dies ein positives Bild auf das Glas, da das Wort „voll“ grundsätzlich mit positivem verbunden wird. Wird das Glas als halb leer betitelt ist das exakte Gegenteil der Fall.

Zusammenfassung

Als Antwort auf die behandelte Fragestellung lässt sich sagen, dass Sprach ganz klar unser Denken beeinflusst, wenn auch anders und in einem geringeren Maß, als dass durch unterschiedlich aufgebaute Sprachen gewisses Denken nicht existiert oder stark verschieden ausgelegt wäre, wie von Sapir und Worth angenommen. Sie beeinflusst insofern, dass durch die Sprache unserer Eltern wir bestimmt Denkmuster unbewusst übernehmen die diese im alltäglichen reden so verwenden und wir von ihnen lernen. Aber auch dadurch, dass wir durch gezielt gewählte Sprache und unsere Wahrnehmung dieser Sprache, in einen Thema, unsere Meinung in eine bestimmte Richtung gelenkt wird.

Quellen

https://www.youtube.com/watch?v=IZ32ZtjIlOI

https://www.20min.ch/story/beeinflusst-die-sprache-unser-denken-947875134664

https://bfkm-halle.de/content/Sprache_und_Persoenlichkeit

https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/so-beeinflusst-die-sprache-unser-denken/

https://de.wikipedia.org/wiki/Framing_(Sozialwissenschaften)

https://wp.uni-oldenburg.de/zweifelsfaelle/