{{:philosophie_tg13_23-24:christoph_bernhard_francke_-_bildnis_des_philosophen_leibniz_ca._1695_.jpg?400|}} ===== Gottfried Wilhelm Leibniz ===== Leibniz wurde nach dem damals in den protestantischen Territorien des Heiligen Römischen Reiches gültigen Julianischen Kalender am 21. Juni 1646 in Leipzig geboren und am 23. Juni in der Leipziger Nikolaikirche getauft. Leibniz starb vereinsamt am 14. November 1716 im Alter von 70 Jahren in Hannover und wurde dort in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis beigesetzt. Leibniz hat kein eigentliches philosophisches Hauptwerk hinterlassen, in komprimierter Form jedoch finden sich viele seiner Gedanken in der Monadologie (1714): Seit jeher interessieren sich Philosophen für die Frage nach der „Substanz“ – dafür, was es wirklich gibt bzw. welche eigenständig existierenden Entitäten es gibt. Leibniz‘ Antwort ist, dass die Welt aus einer unendlichen Vielheit von „Monaden“ besteht. Monaden sind in sich geschlossene, geistige Entitäten, die „Appetit“ (Begehren) und „Perzeption“ (Wahrnehmung) aufweisen. Tatsächlich bestehe jedes Ding, selbst der völlig leblos erscheinende Stein aus diesen geistigen Monaden. Dabei ist jede Monade ein „Spiegel“ des gesamten Universums: Im Prinzip ist alles, was geschieht, in einer Monade enthalten. Doch der Grad der Klarheit der Wahrnehmung der Monaden ist unterschiedlich: Über eine vollständige Perzeption des Universums verfügt nur Gott. Die menschliche Seele zeichnet sich durch ihre Vernunftbegabung aus, die ihr ermöglicht, notwendige Wahrheiten einzusehen. Tierseelen haben hingegen nur Empfindung und Gedächtnis. Auf unterster Stufe stehen die Monaden anorganischer Dinge