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religion_wg13_gott:deismus-theismus

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 ====== KLAUSUR: Vom Deismus zum Theismus ====== ====== KLAUSUR: Vom Deismus zum Theismus ======
  
-Der Text zu eurer Klausur am 4.12. stammt aus dem Oberstufenbuch 'Kursbuch Religion'. Er zeichnet den Weg des Gottesbildes von Luther bis zur Aufklärung nach:+==== Der Text ==== 
 +zu eurer Klausur am 4.12. stammt aus dem Oberstufenbuch 'Kursbuch Religion'. Er zeichnet den Weg des Gottesbildes von Luther bis zur Aufklärung nach:
   * __Luther__ selbst war noch sehr stark am biblischen Gottesbild orientiert, das Gott vor allem als Schöpfer sah, der uns das Leben schenkt und erhält (Gr. Katechismus, 1. Artikel).    * __Luther__ selbst war noch sehr stark am biblischen Gottesbild orientiert, das Gott vor allem als Schöpfer sah, der uns das Leben schenkt und erhält (Gr. Katechismus, 1. Artikel). 
   * Zu Luthers Zeiten sah man Gott allerdings auf Grund des harten Lebens von Krieg und Naturkatastrophen vor allem als strengen Richter.    * Zu Luthers Zeiten sah man Gott allerdings auf Grund des harten Lebens von Krieg und Naturkatastrophen vor allem als strengen Richter. 
-  * Trotz des neu auskommenden __naturwissenschaftlichen Denkens__ konnte man zunächst die Einheit des biblischen Gottesbildes und philosophisch geprägten Denkens bei behalten.  +  * Trotz des neu aufkommenden __naturwissenschaftlichen Denkens__ konnte man zunächst die Einheit des biblischen Gottesbildes mit dem philosophisch geprägten Denken beibebehalten.  
-  * Erst in den __Religionskriegen__ (in Deutschland der Dreißigjährige Krieg) zerbrach diese Einheit des Denkens. Man bemühte sich nun dem rationalen Denken alleine gerecht zu werden und sah in Gott vor allem ein verusachendes Prinzip. Wie ein Uhrmacher hat Gott nach dieser Vorstellung geschaffen. Einmal angestoßen läuft das Uhrwerk des Kosmos dann ab genau nach Plan ab. Alles ist nur noch eine Frage der Vorhersehung. Gott wird hier nicht mehr eingreifen. Diese Haltung wird **DEISMUS** genannt.+{{ :religion_wg13_gott:turmuhr.jpg?300|}} 
 +  * Erst in den __Religionskriegen__ (in Deutschland der Dreißigjährige Krieg) zerbrach diese Einheit des Denkens. Man bemühte sich nun dem rationalen Denken alleine gerecht zu werden und sah in Gott vor allem ein verursachendes Prinzip. Wie ein Uhrmacher hat Gott die Welt nach dieser Vorstellung geschaffen. Einmal angestoßen läuft das Uhrwerk des Kosmos dann ab genau nach Plan. Alles ist nur noch eine Frage der Vorhersehung. Gott wird hier nicht mehr eingreifen. Diese Haltung wird **DEISMUS** genannt.
   * Im Zeitalter des __Absolutismus__ ändert sich diese Haltung durch den zunehmenden Rationalismus. Gott wird nun wie der absolutistische König als alleiniger Herrscher gesehen, der das Schicksal seiner Untertanen bestimmt und immer dann durch seine majestätische Macht eingreifen kann, wenn er es will. Diese von der Eigenschaft der Allmacht bestimmte Haltung des **THEISMUS** gilt eigentlich bis heute, obwohl diese den Glauben in eine schwere Krise führen kann.   * Im Zeitalter des __Absolutismus__ ändert sich diese Haltung durch den zunehmenden Rationalismus. Gott wird nun wie der absolutistische König als alleiniger Herrscher gesehen, der das Schicksal seiner Untertanen bestimmt und immer dann durch seine majestätische Macht eingreifen kann, wenn er es will. Diese von der Eigenschaft der Allmacht bestimmte Haltung des **THEISMUS** gilt eigentlich bis heute, obwohl diese den Glauben in eine schwere Krise führen kann.
-  * Denn genau diese absolute Haltung führt ähnlich wie in den revolutionären Bewegung zur Ablehnung des Gottesbegriffs überhaupt im **ATHEISMUS**. Eigentlich geht es theologisch gesehen weniger um eine Überwindung des A-Theismus als des Theismus. Dorothee Sölle hat das später so beschrieben: Wie können wir a-theistisch an Gott glauben? Also wie können wir von Gott nicht theistisch reden.+  * Denn genau diese absolute Haltung führt ähnlich wie in den __revolutionären Bewegung__ zur Ablehnung des Gottesbegriffs überhaupt im **ATHEISMUS**. Eigentlich geht es theologisch gesehen weniger um eine Überwindung des A-Theismus als des Theismus. Dorothee Sölle hat das später einmal so beschrieben, dass wir anfangen müssten a-theistisch an Gott zu glauben. Atheistisch ist hier nicht in dem Sinne gemeint, dass wir gar nicht mehr an Gott glauben dürfen. Sie meinte damit nur, dass wir eben nicht mehr 'theistisch' an Gott glauben könnten
   * Wie wir in der gegenwärtigen Situation im Zeitalter des **NACH-THEISMUS** von Gott reden können, ist eine notwendige und spannende Frage, zu der wir später noch kommen werden.     * Wie wir in der gegenwärtigen Situation im Zeitalter des **NACH-THEISMUS** von Gott reden können, ist eine notwendige und spannende Frage, zu der wir später noch kommen werden.  
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 +==== Fünf Thesen ====
 +Ich habe euch ferne gebeten fünf Thesen zu verfassen, wie wir heute noch vernünftig an Gott glauben können.
 +  * __Vernünftig__ meint nun: begründet, nachweisbar, logisch, verständlich oder nachvollziehbar.
 +  * __Heute__: soll sich auf unsere besondere Situation heute beziehen, mit Begriffen, die unsere Zeit versteht, ohne fromme Sprüche und dogmatische Sätze.
 +  * In dieser Aufgabe kann auch auf die __Gottesbeweise__ oder die __Natürliche Theologie__ Bezug genommen werden und erklärt werden, warum dies zwar vernünftig war, aber so heute nicht mehr gangbar ist.
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 +==== Zwei Bibeltexte ====
 +Gefragt waren auch zwei Bibeltexte. Dabei waren folgende Punkte zu beachten:
 +  * Bitte nennt und bearbeitet jeweils einen Text  aus dem AT und einem aus dem NT (wie gewünscht). Gebt bitte immer auch die Textstelle genau an (z.B. Jesaja 6,1-13), erzählt kurz, was im Text steht und beschreibt dann die für das Thema wichtigen Aspekte im Text.
 +  * Gerne dürft ihr auch mehr als zwei Stellen nehmen. Ich würde sie nur kurz erwähnen, um nicht zu viel Zeit zu verlieren.
 +  * Dann gab es dan noch dieses Zitat vom AT, das den strafenden Gott und das NT, das den liebenden Gott beinhaltet. Der Satz ist natürlich richtig und falsch. Ich erwarte nun, dass ihr differenziert und kritisch darauf antwortet. Also z.B. so dass man betont, dass der Gott des ATs ganz verschiedene Aspekte haben kann (Richter, Schöpfer, Befreier, König, ... und immer die entsprechenden Stellen dazu). Dann würde ich eine Stelle wählen um den Aspekt zu schildern, der mir wichtig wäre, z.B. Ps. 11: Gott richtet schon, aber er ist gerecht. Das gleiche gilt nun auch für das NT.
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religion_wg13_gott/deismus-theismus.1607079238.txt.gz · Zuletzt geändert: 2021/01/14 19:20 (Externe Bearbeitung)